RWA: Fokus auf regionale Wertschöpfung in herausforderndem Marktumfeld

• Konzernumsatz 2025: 3,28 Mrd. Euro
• 100 Prozent im Eigentum landwirtschaftlicher Genossenschaften
• Wertschöpfung bleibt in den Regionen
• Entscheidungen konsequent entlang agrarischer Realität

01.06.2026

Steigende Betriebsmittelkosten, volatile Agrarmärkte, geopolitische Spannungen und Wetterextreme haben das Geschäftsjahr geprägt. Für die Landwirtschaft bedeutete das ein Jahr hoher Unsicherheit. Die RWA Raiffeisen Ware Austria AG hat sich in diesen Rahmenbedingungen im Geschäftsjahr 2025 insgesamt stabil entwickelt. Der Konzern erwirtschaftete einen Umsatz von 3,28 Mrd. Euro und ein Ergebnis vor Steuern von 1,6 Mio. Euro. Die Zahl der Mitarbeiter:innen blieb mit rund 3.000 konzernweit stabil.

„2025 war für die gesamte Agrarwirtschaft und ihre Märkte ein herausforderndes Jahr. Unser Fokus lag darauf, Stabilität in unserer Aufgabe zu gewährleisten, als starkes Rückgrat der Lagerhaus-Genossenschaften und der Landwirtschaft zu agieren, und uns wirtschaftlich so aufzustellen, dass wir auch unvorhersehbare Schadensereignisse zu Lasten der Genossenschaften für diese abfedern können“, betont RWA-Vorstandsvorsitzender Johannes Schuster.
„Unsere Aufgabe ist es, auch unter schwierigen Rahmenbedingungen verlässlich zu agieren. Dafür sind funktionierende regionale Strukturen und verlässliche Partnerschaften entscheidend für die landwirtschaftlichen Betriebe“, ergänzt RWA-Vorstandsdirektor Christoph Metzker.

Entwicklung in den Geschäftsfeldern
Die Entwicklung in den einzelnen Geschäftsfeldern verlief 2025 differenziert. Im Agrargeschäft lag der Umsatz mit 1,94 Mrd. Euro leicht unter dem Vorjahresniveau. Stabil entwickelten sich insbesondere die Kernsegmente Saatgut, Betriebsmittel und Futtermittel. Belastend wirkten hingegen schwächere Preis- und Margenentwicklungen im Getreidegeschäft sowie in einzelnen ackerbaunahen Bereichen.
Der Landtechnikmarkt blieb 2025 von hohen Lagerbeständen, steigenden Maschinenpreisen und einer zurückhaltenden Investitionsbereitschaft vieler landwirtschaftlicher Betriebe geprägt. Der Umsatz im Geschäftsfeld Technik lag bei 242 Mio. Euro. Mit der Neuaufstellung des Lagerhaus Technik-Center als Vertriebs- und Service-Supporteinheit sowie dem neuen vollautomatisierten Kommissionierlager in Korneuburg setzte die RWA wichtige Schritte zur weiteren Stärkung der regionalen Servicequalität.
Im Geschäftsfeld Energie wirkten sich die internationalen Rohstoffmärkte und geopolitische Entwicklungen weiterhin stark auf die Preisentwicklung aus. Der Umsatz lag 2025 bei 851,7 Mio. Euro. Gleichzeitig investierte die RWA weiter in Versorgungssicherheit und erneuerbare Energielösungen. Mit dem neuen Pelletslager in Pöchlarn wurde die Lagerkapazität erweitert, zusätzlich wurden weitere Photovoltaik-Großprojekte umgesetzt.
Im Bereich Haus & Garten stand 2025 die Modernisierung der Verkaufsflächen sowie die regionale Marktbearbeitung im Fokus, der Umsatz der Franchisenehmer entwickelte sich leicht über dem Vorjahr und lag bei 665,1 Mio. Euro. Belastend wirkten insbesondere die anhaltende Kaufzurückhaltung privater Haushalte sowie der zunehmende Wettbewerbsdruck, wobei sich die Entwicklung regional unterschiedlich darstellte.
Auch der Bereich Baustoffe entwickelte sich regional unterschiedlich. Der Fokus lag auf der Stabilisierung des Geschäfts und der Weiterentwicklung des Franchise-Systems. Die Baustoff-Umsätze der Franchisenehmer beliefen sich 2025 auf 505,3 Mio. Euro.

Milestones 2026
2026 setzt die RWA weitere strategische Entwicklungsschritte. Mit dem erfolgreichen Abschluss des internationalen „Proteinnovation Discovery“-Programms des Agro Innovation Lab rückte die Sicherung der europäischen Proteinversorgung in den Fokus. Mehr als 100 Einreichungen aus 33 Ländern zeigen die internationale Relevanz des Themas. Gleichzeitig nutzen bereits mehr als 20.000 landwirtschaftliche Betriebe die digitale Plattform Onfarming.
Im Bereich erneuerbare Energie wird im Juni die erste Agri-PV-Anlage über einer Weinbaufläche in Österreich eröffnet. Zudem feiert das Franchise-System „Unser Lagerhaus“ heuer sein 30-jähriges Bestehen. Mit 45 Franchisenehmern und 365 Standorten ist es das größte Franchise-System Österreichs.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Technikbereich: 2026 feiert die RWA 40 Jahre Partnerschaft mit John Deere. Vertrieb, Service sowie die Integration digitaler und vernetzter Technologien sollen weiter ausgebaut werden. Höhepunkt des Jubiläums wird dabei der gemeinsame Auftritt auf der Agraria 2026 in Wels sein.
Rückkehr zu genossenschaftlicher Eigentümerstruktur
Für die RWA war 2025 nicht nur wirtschaftlich, sondern auch strukturell ein bedeutendes Jahr. Mit dem Rückkauf der Unternehmensanteile steht die RWA wieder vollständig im Eigentum heimischer Genossenschaften. „Dass die RWA zu 100 Prozent in österreichischer Hand ist, ist für uns keine Formalität“, betont Johannes Schuster. „Es bedeutet, dass Entscheidungen konsequent entlang der agrarischen Realität in Österreich getroffen werden. In einem Umfeld, das von geopolitischen Spannungen und volatilen Märkten geprägt ist, ist das ein struktureller Vorteil. Und es ist ein klares Mehrwertbekenntnis gegenüber der Lagerhaus Genossenschaften.“

Wertschöpfung bleibt in der Region
Für die RWA ist die genossenschaftliche Struktur eng mit regionaler Wertschöpfung verbunden. Rund 85.000 Mitglieder stehen hinter den Lagerhaus-Genossenschaften im Verbund. „Regionale Wertschöpfung entsteht entlang funktionierender landwirtschaftlicher und genossenschaftlicher Strukturen“, führt Vorstandsdirektor Christoph Metzker aus: „Gerade in herausfordernden Zeiten zeigt sich, wie wichtig verlässliche Partnerschaften und stabile Versorgungsstrukturen für die Landwirtschaft sind.“

Blick auf 2026 bleibt herausfordernd
Auch das laufende Agrarjahr ist von Unsicherheiten geprägt. Der anhaltende Iran-Konflikt, volatile Betriebsmittelmärkte und die aktuelle Trockenheit beeinflussen die Rahmenbedingungen weiterhin deutlich. „Wir müssen unseren eingeschlagenen Weg konsequent weitergehen“, betonen Johannes Schuster und Christoph Metzker. „Unsere Aufgabe bleibt ganz klar die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit der Landwirtschaft und der Genossenschaften. Die gewonnene Eigenständigkeit gibt uns die Möglichkeit, die RWA konsequent weiterzuentwickeln, bestehende Strukturen laufend zu überprüfen und Zukunftsfelder gezielt auszubauen“, so Schuster. „Entscheidend bleibt, dass wir nahe an den Betrieben bleiben und dort Lösungen anbieten, wo sie im Alltag in den Genossenschaften gebraucht werden“, schließt Christoph Metzker.

RWA Bürogebäude
RWA-Unternehmenszentrale (c) Christoph Bertos

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